Über die Hypnotherapie

Nach klassischer Definition kann man Hypnose verstehen als die Kunst, imaginativ eine alternative Wirklichkeit zu konstruieren, die im Idealfall als Halluzination oder Illusion erlebt wird: Eine Person geht mit Hilfe eines hypnotischen Induktionsrituals in eine Trance, d.h. in einen besonderen, vom Alltagserleben möglichst unterscheidbaren Bewusstseinszustand; dieser Trancezustand soll es der Person erleichtern, ihre Fähigkeiten zur hypnotischen Suggestibilität bzw. Hypnotisierbarkeit zu nutzen, damit sie in ihrer Vorstellung eine alternative Wirklichkeit erleben kann. 


Es liegt die Idee zugrunde, dass unser momentanes Erleben durch vergangene Erfahrungen gefiltert und gesteuert wird. Dabei nimmt der mentale Apparat aus Wahrnehmung, Denken, Fühlen, Gedächtnis und Erinnerung nicht nur Erfahrungen in sich auf, sondern wird durch sie laufend verändert. Was die Annahme begründet, dass man in hypnotischer Trance sowohl für Erfahrungen, die aus der eigenen Vorstellung stammen, als auch für solche, die durch Suggestion hervorgerufen werden, in einer Weise empfänglich ist, dass sie quasireal erlebt bzw. wieder erlebt werden und nachhaltig wirken. D.h., eine in Trance erfolgreich durchlebte Prüfung wird als Bewältigungserfahrung gespeichert, obwohl sie in der Form real noch gar nicht stattgefunden hat.

Evidenz und Unwillkürlichkeit sind hierfür hilfreich: Je intensiver und lebendiger (evidenter) diese alternative Wirklichkeit in Form hypnotischer Phänomene – Halluzinationen, Illusionen und automatischer bzw. „ideomotorischer“ Handlungen – erfahren wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit,
dass während des Zustandes der Trance die normale Wirklichkeit ganz oder in Teilen ausgeblendet wird, um neue Möglichkeiten des Fühlens, Denkens und Verhaltens zu erarbeiten und neue Handlungsspielräume zu eröffnen; auch noch nach der hypnotischen Trance sollen Teile dieser alternativen Wirklichkeit in die Alltagswirklichkeit hinein- oder nachwirken.  


Und je besser jemand während der Trance seine Alltagskontrolle (nicht verlieren!, sondern nur) ruhen lassen kann, je bereitwilliger er/sie den persönlichen „Echoraum“ bzw. seine gewohnte „Bewusstseinsblase“ verlassen kann, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unbewusste Ichanteile, „unbewusste Ressourcen“ aktiviert werden können und therapeutisch sinnvolle Lösungen gefunden werden, die vorher noch außerhalb des Bewusstseins erschienen sind. Diese Therapie in Trance ist nicht für alle Menschen und Indikationen gleichermaßen gut und sinnvoll. Sie wird deshalb häufig in Zusammenhang bzw. innerhalb anderer psychotherapeutischer Verfahren angewandt.

An unserem Institut und in unserer Praxis ist dies hauptsächlich die Verhaltenstherapie, für die wir unsere Approbation erhalten haben – ungeachtet der anderen psychotherapeutischen Verfahren, in denen wir uns aus- und fortgebildet haben (und dies kontinuierlich weiter tun).


Weitere Informationen:


Peter, B. (2006). Einführung in die Hypnotherapie. Heidelberg: Carl Auer (€ 14,95).


Peter, B. (2008). Wie Hypnose im Gehirn Wirklichkeit schafft: Zur Rolle der hypnotischen Trance in der Psychotherapie. Hypnose-ZHH, 3(1+2), 127-148.


Peter, B. (2010). Konstruktion von Symptomgestalt und Symptomträger. Zwei hypnotherapeutische Strategien bei chronischen Schmerzpatienten. Hypnose-ZHH, 5(1+2), 163-178.


Revenstorf, D., & Peter, B. (Hrsg.). (2015). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Ein Manual für die Praxis (3. Auflage). Heidelberg: Springer (€ 89,99).


Revenstorf, D., Hypnotherapie & Hypnose (2017), Handwerk der Psychotherapie Bd. 8, Psychotherapie-Verlag: Tübingen


www.hypnose.de

Unser Team

Dipl.-Psych. Anette Fahle

Psychologische Psychotherapeutin
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Dipl.-Psych. Anette Fahle ist Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis mit Kassenzulassung in München. Zielgruppe: Erwachsene, Kinder und Jugendliche.
Aus- und Weiterbildung in Verhaltenstherapie (Einzeltherapie und Gruppentherapie), Hypnotherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche (M.E.G. ) und Ausbildung zur Supervisorin

Dozentin für Verhaltenstherapie & Hypnotherapie, Ausbildungssupervisorin, Ambulanzleitung in der Kinder- und Jugendlichenambulanz beim vfkv-Ausbildungsinstitut München gGmbH, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München im Department Psychologie im Bereich Klinische Psychologie des Kindes-und Jugendalters: Aufbau des Ausbildungsinstituts und der Ausbildungsambulanz (MUNIK)

Telefonzeit:
Mi 13:30 - 13:55 Uhr
Do 7:30 - 7:55 Uhr
Tel. 089 - 38 38 00 90 oder 0171 - 10 41 991

praxis@anette-fahle.de
www.anettefahle.de

Dipl.-Psych. Birgit Hilse

Psychologische Psychotherapeutin
für Erwachsene, Kinder und Jugendliche>

Birgit Hilse ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet in eigener Praxis mit Kassenzulassung in München.
Sie ist ausgebildet in Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Paartherapie, Hypnotherapie (M.E.G und ESH) und Achtsamkeitsbasierten Verfahren.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Psychotherapie bei Ängsten, Depressionen, Zwangsstörungen, Psychosomatischen Störungen, Essstörungen, Belastungsstörungen, Burn-out und Geburtsvorbereitung mit Hypnose.
Sie ist Ausbilderin und Supervisorin in Klinischer Hypnose/Hypnotherapie der M.E.G. und anderen Psychotherapie-Ausbildungsinsituten. Vorstandsmitglied der M.E.G. seit 2015.


Telefonzeit:
Di 10:00 - 11:00 Uhr
Tel. 089 - 33 06 68 75

praxis@birgit-hilse.de
www.birgit-hilse.de

Dr. Burkhard Peter 

Psychologischer Psychotherapeut

Dr. Burkhard PETER ist Psychologischer Psychotherapeut in München.

Nach Ausbildung in Verhaltenstherapie und Gesprächspsychotherapie hat er 1976 das Institut für Integrierte Therapie (IIT) in München mitbegründet. Aus dem IIT heraus entstand die Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.), deren Mitbegründer (zus. mit Wilhelm Gerl und Alida Iost-Peter) und Gründungsvorsitzender er von 1978 – 1984 war. Von 1992 bis 2000 war er im Vorstand der International Society of Hypnosis (ISH). Er ist Ausbilder und Supervisor in Hypnotherapie für die M.E.G., für andere Hypnosegesellschaften und für verschiedene Psychotherapie-Ausbildungsinstitute und besitzt die Ausbildungsermächtigung der Bayerischen Landesärztekammer für Hypnose, PME, AT und GT. Am Psychologischen Institut der Universität München hat er einen Lehrauftrag für klinische Hypnose. Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift Hypnose-ZHH (früher HYPNOSE UND KOGNITION), Autor- und Co-Autor, Herausgeber und Mitherausgeber verschiedener Bücher, Buchbeiträge und Zeitschriftenartikel:

Telefonzeit:
Mi 9:00 - 9:45 Uhr
Tel. 089 - 641 25 99

Burkhard-Peter@t-online.de
www.Burkhard-Peter.de

Geschichte der MEG München

  • 1976

    Gründung IIT


    Wilhelm Gerl und Burkhard Peter gründeten, zusammen mit einem dritten Kollegen, 1976 das Institut für Integrierte Therapie (IIT) als Ausbildungsinstitut hauptsächlich für Gesprächspsychotherapie. Um dieses Institut bekannt zu machen, luden wir damals bekannte externe Trainer ein (z.B. Frederic Kanfer, Victor Meyer, Irmela Florin, Eugene Gendlin, Georg Bach, Linda Olsen, etc.). Unter diesen waren 1977 John Grinder und Judith DeLozier. Nach einem ersten Seminar schickten sie ihre (und Ericksons) Schüler Stephen Gilligan und Paul Carter, mit denen wir dann eine Ausbildung in Hypnotherapie am IIT organisierten.

  • 1978

    Gründung MEG

    1978 besuchten wir – zusammen mit Alida Iost-Peter – Milton Erickson in Phoenix und nahmen an einem seiner Lehrseminare teil. Damals gab es in Deutschland nur die noch von I.H. Schultz gegründete Deutsche Gesellschaft für ärztliche Hypnose und Autogenes Training, die aber keine Psychologen als Mitglieder akzeptierte. Deshalb baten wir Erickson um die Erlaubnis, seinen Namen für eine neue Hypnosegesellschaft verwenden zu dürfen. So kam es noch im September 1978 in Ericksons Haus in Phoenix, Arizona, zur Gründung der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (MEG), die dann nach unserer Rückkehr in München auch formal vollzogen wurde – nicht ganz ohne Komplikationen, aber das ist eine andere Geschichte.

  • 1984

    Beginn der modernen Hypnotherapie in Deutschland

    1984 organisierte B. Peter hauptverantwortlich den Ersten deutschsprachigen Kongress für Ericksonsche Hypnose und Psychotherapie an der Universität München. Rückblickend kann man diesen Kongress als den Beginn der modernen Hypnotherapie in Deutschland bezeichnen: Unter den aktiven Teilnehmern waren Walter Bongartz und Albrecht Schmierer, Hansjörg Ebell und Christian Kossak, Liz Lorenz Wallacher und Manfred Prior, Dirk Revenstorf, Gunther Schmidt und Bernhard Trenkle, unter den amerikanischen Rednern Bernauer Newton, Sidney Rosen und Jeffrey Zeig – um nur einige zu nennen. Dirk Revenstorf löste B. Peter im Vorsitz der MEG ab. Bernhard Trenkle und Gunther Schmidt gründeten die Regionalstelle Heidelberg und kamen in der Vorstand der MEG.

  • 1984

    Gründung der Zeitschrift HyKog

    Die  Zeitschrift der MEG, Hypnose und Kognition (HyKog) wurde 1984 gegründet.

  • 2000

    15. Internationale Hypnosekongress in München

    Der 15. Internationaler Hypnosekongress findet, unter der Leitung von B. Peter, an der Universität München statt.

  • 2004

    Teamverstärkung

    Seit 1978 beherbergte das IIT die Geschäftsstelle der MEG. Nach deren Auszug im Jahre 2000 in die Waisenhausstr. 55 in 80637 München wurde Raum frei und Birgit Hilse, die ihre Hypnotherapieausbildung bei Walter Bongartz absolviert hatte, kam hinzu und ergänzt nun unser Team.

  • 2005

    Die Zeitschrift Hypnose-ZHH

    Die Zeitschrift der MEG, Hypnose und Kognition (HyKog), wurde 2005 umbenannt in Hypnose Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie (Hypnose-ZHH), weil sie seitdem offizielles Organ von 6 deutschsprachigen Hypnosegesellschaften (DGÄHAT, DGH, DGZH, ghyps, MEG, MEGA) ist. Mit einer Auflage von mehr als 5000 Exemplaren ist sie die größte wissenschaftliche Hypnosezeitschrift weltweit:
    www.MEG-Stiftung.de

  • 2006

    Aufschwung der Hypnose und Anerkennung

    1984, zum ersten Hypnosekongress, konnten wir den Aufschwung weder erhoffen noch erwarten, den die klinische Hypnose und Hypnotherapie in den deutschsprachigen Ländern in der Folgezeit erlebte bis hin zu der 2006 erfolgten indikationsspezifischen Anerkennung durch den wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie.

  • 2012

    Teamverstärkung

    2012 hat sich Wilhelm Gerl sowohl aus der Münchner MEG-Regionalstelle wie auch aus dem IIT zurückgezogen. Birgit Hilse übernimmt an seiner Stelle gemeinsam mit Burkhard Peter die Regionalstellenleitung- Anette Fahle kommt als neues Mitglied in unsere Praxisgemeinschaft und organisiert seit 2014 das Kinder-Curriculum.

  • 2016

    Abschließendes Fazit

    Die Psychotherapeutische Praxis wird von Birgit Hilse und Anette Fahle als Kassen- und Privatpraxis und von Dr. Burkhard Peter als reine Privatpraxis geführt. Die Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.) hat sich seit 1978 zur größten deutschsprachigen Hypnosegesellschaft entwickelt. Ihr Nukleus, das Institut für Integrierte Therapie (IIT), ist eine ihrer 17 deutschen Regionalstellen, an der in klinischer Hypnose und Hypnotherapie ausgebildet wird. Ähnlich wie in Tübingen über Prof. Dr. Revenstorf sind auch in München über Dr. Burkhard Peter Ausbildung und Forschung eng verbunden.

Praktikum bei der MEG

Studierende der Psychologie können bei uns ein Praktikum absolvieren.  Die 240 Stunden verteilen sich auf 6 bis 9 Monate. 

Aufgaben:
Vorbereitung und Teilnahme an Seminaren der MEG-München: hier ist die aktive Teilnahme erwünscht; es werden vollgültige Teilnahmebestätigungen an die PraktikantInnen vergeben.
Verschiedene Arbeiten während der Woche - nach individueller Vereinbarung. Teilnahme an Therapien nur dann möglich, wenn Pat. zustimmt und Sie zu allen individuell festgesetzten Sitzungen Zeit haben.

Bei Interesse auch Betreuung von Abschlussarbeiten.
Bislang wurden mehrere Diplom-, Master- und Bachelor-Arbeiten durchgeführt.


Bitte wenden Sie sich an Dr. Burkhard Peter: 
Burkhard-Peter@t-online.de